Danke Maria!

Maria Thalkirchen: Fatima-Madonna vor dem Hochaltar mit dem Gnadenbild
Bild: Cinderella

Alljährlich findet im Bistum München-Freising zwischen Maria Himmelfahrt und dem Fest Kreuzerhöhung der „Frauendreißiger“ statt. Auch heuer haben wieder viele hundert Frauen in den 30 Tagen in den Kirchen Maria Ramersdorf und Maria Thalkirchen gebetet. Was genau sich dahinter verbirgt und wie es in diesem Jahr war, erfahren Sie in einem launigen persönlichen Rückblick unserer Gastautorin Cinderella vom Blog „Im Beiboot Petri“.

„Die schönste aller Frauen“, die besonders für uns Frauen Fürsprecherin, Hilfe und Beistand ist. Ganz besonders merkt man das hier in München. Nach dem Festtag „Maria Himmelfahrt“, der immer besonders gefeiert wird mit Kräuterweihe an der Mariensäule und Weihegebeten um Schutz für Stadt und Land. Es wirkt, viele wissen es und deshalb kommen auch viele. Und danach geht es erst richtig „los“: Mit dem Frauendreißiger!

München ist ja bekannt für seine Spezialitäten, das fängt mit der Weißwurst an und hört mit dem Oktoberfest nicht auf. Und für die Seele und für den Dank beten wir den Frauendreißiger: Die beiden Münchner Wallfahrtskirchen Maria Thalkirchen und Maria Ramersdorf werden in den 30 Tagen zwischen Maria Himmelfahrt und dem Fest Kreuzerhöhung zum „Hot Spot“ der Marienverehrung – und das in einer geschäftigen Großstadt mit mehr als 1 Million Einwohner.

Das war natürlich nicht so, als der Frauendreißiger vor mehr als 335 Jahren  begründet wurde. Da lagen die beiden Wallfahrtskirchen weit vor der Stadt und die Menschen pilgerten zu Fuß dorthin. Die beiden Gnadenbilder hatten seit der Stiftung der Kirchen den Ruf, in Not und Gefahr Kraft und Hilfe zu geben. Und Not und Gefahr gehörte in den früheren Jahrhunderten zum täglich Brot. Man denke nur an den dreißigjährigen Krieg, der für München doch eher glimpflich ausging – durch Gebetsstürme und Wallfahrten und mit Hilfe und Fürsprache Mariens, was der Stadt noch während dieses Krieges die Mariensäule bescherte.

Aber wie’s halt so ist im Leben, kaum ist eine Gefahr vorbei, steht die nächste vor der Tür.  1683 waren es die Türken vor Wien – und auch hier war göttlicher Beistand vonnöten. Die Münchner versammelten sich in bewährter Manier in den Innenstadt-Kirchen und den Wallfahrtskirchen. Sie beteten um Hilfe und Rettung. Es muss so heftig gewesen sein, was man da aus Wien und dem Balkan hörte, dass sogar ein Gelübde abgelegt wurde, die 30 Tage zwischen Maria Himmelfahrt und dem Fest Kreuzerhöhung zum Dank für die Rettung  jedes Jahr abzuhalten.

Damals waren es die Männer (Unternehmer – Loderer, Tuchmacher) in der Stadt, die sich verpflichtet fühlten, dieses Gelübde abzugeben und auch einzuhalten. Heute ist das anders: Der Frauendreißiger ist ein Frauenthema. Wie vor 334 Jahren beten wir täglich: Marienandachten, Heilige Stunde mit Anbetung und Rosenkranz, danach folgt die Pilgermesse.

Ich war in den letzten Jahren sehr oft dabei –  in Maria Ramersdorf oder in Maria Thalkirchen, aber seit ein paar Jahren fällt es auf: Wir brauchen eine Männerquote. Denn die Marienverehrung zum Frauendreißiger ist DAS Frauenthema überhaupt. Hier zeigen wir, was wir können: Wir bringen unsere Anliegen vor die Gottesmutter. Für die Stadt, für das Land und auch für uns selbst und hoffen, dass Maria diese Anliegen an ihren Sohn weiterträgt.

Man sieht fast täglich die gleichen Gesichter, es sind viele ältere Frauen dort, aber auch viele junge und an manchen Tagen ist die Kirche so voll, dass es keine Sitzplätze mehr gibt und man richtig eng zusammenrücken muss. Das liegt natürlich daran, dass inzwischen auch sehr hohe Kirchenleute dort gerne dabei sind, in Maria Ramersdorf z.B. eröffnete Weihbischof Graf Stolberg den Frauendreißiger und Kardinal Marx feierte Maria Königin.

Maria Thalkirchen hatte die besten Bischöfe Bayerns zu Gast: Bischof Voderholzer aus Regensburg und Weihbischof Wörner aus Augsburg oder Professor Wollbold, der zur Halbzeit des Frauendreißigers die „Alte Messe“ feierte.

Zu solchen Anlässen steigt dann auch die Männerquote vielleicht mal auf 30% – aber der Frauendreißiger bleibt fest in „unserer Hand“.

Es sind die Frauen,

  • die die Rosenkränze beten
  • die vor dem Allerheiligsten knien
  • die die Andacht mitfeiern und sich der Gottesmutter weihen
  • die die heilige Messe mitfeiern und sich danach mit dem Kreuzpartikel segnen lassen
  • die Altarkerzen spenden
  • die Kuchen für den Pilgertreff backen und den Kaffee kochen
  • die Blumen für die Gottesmutter mitbringen
  • die zu den Fatima-Terminen (jeweils am 13.) die Fatimastatue in die Kirche tragen
  • die dafür sorgen, dass diese Traditionen von der Mutter auf die Tochter übergehen.

Es ist immer schön, sich in diesem Umfeld von Gleichgesinnten zu wissen … und es ist noch schöner, dass wir alle wissen, was wir mit unseren Gebeten bewegen können. Deshalb kommen die Wallfahrerinnen und Pilgerinnen auch aus der ganzen Stadt herangereist (ich muss z.B. auch 16 km einfache Strecke fahren), und viele sogar von ausserhalb.

Es fällt auf, dass die Münchner Kirchenzeitung oder deren Portal die für die Stadt und die Kirche so traditionelle und gut besuchte Veranstaltung mit keinem Wort erwähnte. Nichtmal ein Tweet (wo man sonst jeden linken Pipifax bejubelt). Diese Attraktion scheint niemanden zu interessieren. Sie scheinen sich wohl auf unsere Mundpropaganda zu verlassen – und darauf, dass unsere Gebete auch für sie wirken. Offensichtlich ist das, was für viele Menschen so wichtig ist für die Zeitung, Online-Medien oder Social Media nicht „modern“ oder interessant genug. Mit diesem altmodischen Kram, wie z.B. rosenkranzbetende Frauen, will man in der heutigen Zeit nichts mehr zu tun haben …  da belebt man lieber die 70er Jahre neu und denkt, man sei modern und auf der Höhe der Zeit: Ich staune immer noch, warum man gerade in den Kirchenblättern und -portalen diese „Maria2.0“-Aktion so hochgejubelt hat.

Als einer der Prediger die „2.0 Maria“ mal kurz ansprach, trug das bei der versammelten Gemeinde zur allgemeinen Erheiterung bei, dann ging‘s auch schon wieder um die Maria, deren Gnadenbild über dem Hochaltar leuchtete.

Ach ja, von der Aktion „Maria 2.0“ hat man in beiden Wallfahrtskirchen nix gesehen und nix gehört. Wir haben sie auch nicht vermisst. Es wäre eine furchtbare Vorstellung gewesen, wenn zwischen der weiß-gelben Kirchenflagge und der weiß-blauen Bayern-Flagge ein paar alte Bettücher mit 70er-Parolen geweht hätten. Sie wollen zwar Macht und predigen, aber das Beten überlässt man dann wohl doch lieber dem „Fußvolk“ – und dabei ist doch gerade das Gebet die größte Macht! Oder hatten sie vor so viel geballter „Frauenpower“ einfach Angst? Dann soll das auch so bleiben.

Danke Maria für diese wunderbaren 30 Tage!

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