Mann und Frau und die göttliche Ordnung der Kirche

Clara Rosgartner über Weckrufe von außerhalb Deutschlands

Wie sieht man die deutsche Kirche von außerhalb? Jeanne Smits, Gründerin der katholischen französischen Tageszeitung Présent und lange Zeit deren Chefredakteurin, war eine der Sprecherinnen bei der Pressekonferenz der Acies Ordinata in München, wo sie über die Bestimmung von Mann und Frau vor Gott sprach.

Die Journalistin nahm an der Acies Ordinata teil, die von katholischen Laien am Samstag, den 18.Januar in München abgehalten wurde. Die Acies Ordinata ist eine „internationale Koalition katholischer Laien, die der Tradition der Kirche treu sind“. Auf dem Odeonsplatz vor der Theatinerkirche, nicht weit vom Bischofssitz von Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, demonstrierten über 100 Teilnehmer aus Deutschland und dem internationalen Ausland mit einer stummen Gebetskundgebung „respektvoll, aber öffentlich und nachdrücklich“ gegen die Inhalte des Synodalen Wegs, dessen erste Versammlung am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen ist.

Bei der sich an den Protest anschließenden Pressekonferenz prangerte der italienische Mitinitiator, der Historiker Professor de Mattei, die deutsche Kirchensteuerpraxis an, die eine de facto Exkommunizierung zur Folge hat, wenn man die Steuer nicht mehr bezahlt, und rief zum Steuerboykott auf. Weitere prominente Sprecher, darunter auch der Österreicher Alexander Tschugguel, der weltweit für Aufsehen gesorgt hatte, indem er die umstrittenen „Pachamama“-Holzfiguren der Amazonassynode aus einer römischen Kirche entwendete und in den Tiber warf, warnten vor der kirchenzersetzenden Zielrichtung des Synodalen Wegs und riefen zur Umkehr auf.

Jeanne Smits nahm die im Rahmen des Synodalen Wegs diskutierte Frage der Frauenordination in den Blick.

Sie lebt in Frankreich und beobachtet, wie auch die anderen internationalen Sprecher, mit Bestürzung unseren deutschen Synodalen Weg von außen. Was sie aus dieser Perspektive formuliert, zeigt, dass auch außerhalb Deutschlands Katholiken die ganze brandgefährliche Abwegigkeit des deutschen Irrwegs klar und deutlich zu sehen vermögen. Es gibt einfach nichts zu beschönigen, nichts zu konstruieren, um den sog. Reformprozess zu legitimieren. Jeanne Smits hat die Einladung Kardinal Marx‘ und des ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg zum Synodalen Weg gelesen und stellt ganz lapidar fest, dass der darin nahegelegte Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch in der Kirche und der Frage nach der Stellung der Frau in der Kirche und in kirchlichen Ämtern nicht existiert, es sei denn, man nehme an, dass „Frauen am Altar eine Minderheit Perverser verhindern werden, die sich von Jungs und Jugendlichen angezogen fühlen“.  Absurd, fürwahr, doch dem Gedankengut der deutschen Maria 2.0-Aktivistinnen entsprechend und als Ausgangspunkt des Synodalen Wegs offiziell definiert.

Jeanne Smits beklagt den offenen Angriff gegen die Lehre der Kirche über die Rolle der Frau, die man meint, den veränderten Zeitumständen anpassen zu müssen, bis hin zu Diakonat oder gar Priesteramt im Namen der „Geschlechtergerechtigkeit“.

Sie beklagt die Bereitschaft der Kirche, dadurch „die Wahrheit und Schönheit der jeweiligen Rollen unseres Herrn Jesus, des Sohnes Gottes, und des vollkommensten aller menschlichen Geschöpfe, seiner jungfräulichen Mutter“, zunichte zu machen.

„Maria arbeitete nicht auf eine besondere Rolle hin, sie richtete unser aller Augen auf Ihn, ihren Sohn,(…). Ihre Ehre war es zu dienen wie auch nun über das ganze Universum zu herrschen als Königin, sogar der Engel. Es gibt keine bessere Theologin als sie, die den Logos in ihrem Geist, in ihrem Herzen und im Mutterschoß getragen hat.
Ich glaube, das ist Beispiel genug und sehr schwer zu befolgen, selbst für eine Frau. Ich bedauere, dass die katholische Kirche in Deutschland versucht, die traditionelle Schlüsselrolle der Frauen herunterzuspielen, um sie Mann spielen zu lassen. (…) das ist nicht recht im Hinblick auf Gott, der beider Rollen von Anfang an hervorgehoben hat, und der eine Frau an erste Stelle setzte aufgrund ihrer Demut.“ [1]

Was könnte man diesen Worten noch hinzufügen!  Unser gottgegebenes Frausein in seiner ganzen Fülle und Würde zu leben und auf unseren Schöpfer auszurichten, der Mann und Frau sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzen lässt, ist unser Auftrag. Wenn wir das hier in Deutschland, in Politik, Gesellschaft und Kirchengemeinden tun und uns zu Lehramt und Tradition bekennen, ernten wir allzuoft Ablehnung, bis hin zu direkten Anfeindungen. Von Laien, aber leider auch von Priestern, die sich andererseits bereitwillig auf die feministischen Forderungen von Maria 2.0 eingelassen haben und nun den Synodalen Weg in ihrem Sinne vorantreiben wollen. Es hängt ja auch alles mit allem zusammen: Wenn man es schafft, die göttliche Ordnung an dieser Stelle zu durchbrechen, entzieht man unserem katholischen Glauben den Boden. Ein Dammbruch. Das wissen die sog. Reformer auf dem Synodalen Weg ganz genau. Die Mär von der Geschlechtergerechtigkeit ist ihr Leim, auf den viele Gläubige gehen, und der Apfel, den die nach dem Priesteramt strebenden Frauen den Kirchenmännern hinhalten. Denn damit erübrigt sich alles weitere: die Auszeichnung der jungfräulichen Gottesmutter, die Menschwerdung Jesu Christi als Mann, der Mann als Priester und alter Christus, die Kirche als Braut,  Keuschheit und Treue und die Sexualmoral und – last, but not least-  der Zölibat.


[1] (Pressekonferenz Acies Ordinata in München, 18. Januar 2020; lifesitenews; eigene Übersetzung der Verfasserin)

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