Douce nuit – Stille Nacht

Katholische Familie singt Weihnachtsbotschaft

von Clara Rosgartner

Gewiss, wer dem Fernsehen nicht viel abgewinnen kann, dem sind auch Fernsehshows fremd. „Frankreich hat ein unglaubliches Talent“ wäre mir auch heute noch unbekannt, hätten nicht die französischen Medien berichtet, wer da am 15. Dezember im Finale zum Sieger gekürt wurde. Und das ist wirklich eine schöne Nachricht.

Konkurrenten waren 12 Gruppen oder Kandidaten, darunter Tänzer, Akrobaten, Zauberer. Zum Sieger wählten Jury und Zuschauer aber dann eine Familie, die als Familienchor die Liebe zur Sakralmusik pflegt. Und was für eine Familie! Kinderreich – sechs Kinder zwischen 8 und 22 Jahren –  bürgerlich, aus Versailles und praktizierende Katholiken obendrein. Im Land der alles Religiöse aus der Öffentlichkeit verbannenden „Laïcité“ und eines aggressiven politischen Atheismus der geistigen Erben der französischen Revolution, denen alles Katholische und in der Tradition verwurzelte ein Dorn im Auge ist, ist das auf den ersten Blick ein mediales Himmelfahrtskommando. 

Und doch: Im Finale überzeugte diese Familie die Jury und das abstimmende Millionenpublikum mit christlichen Weihnachtsliedern.

Die Botschaft kam an, und es waren nicht allein die vorweihnachtliche Stimmung und der glockenreine harmonische a cappella Gesang, die das Publikum berührten, sondern wohl auch ein Gespür der Menschen für Harmonie und Glück, das diese Familie ausstrahlt.

Eine traditionelle katholische französische Familie stand da plötzlich für viele Familien, die noch immer ein Familienbild verkörpern, das in Frankreich in nie dagewesener Weise seit Jahren an den Rand gedrängt und bewusst dekonstruiert wird. Die legale Ehe für alle und das sich gerade abzeichnende „Recht“ auf von Krankenkassen bezahlte künstliche Befruchtung  auch für lesbische Paare und alleinstehende Frauen im sog. „Bioethikgesetz“ markieren den Weg.  

Auch dass Frankreichs Katholiken zu recht von  einer „Cathophobie“ insbesondere der politischen Linken sprechen, wurde in den vergangenen Wochen offenkundig, als  völlig unverhältnismäßige Messverbote viele Katholiken auf die Straße trieben, wo sie Sonntag für Sonntag  die Messe einforderten und von ihren Bischöfen durch juristische Eingaben unterstützt wurden, auch als eine spätere absurde Beschränkung auf 30 Gläubige pro Messe selbst in den größten Kathedralen des Landes die politische Willkür einmal mehr offenbarte.

Und nun das!  Natürlich war erwartbar, dass in den sozialen Netzwerken empörte missgünstige Stimmen auch vor antikatholischer Polemik und Beleidigungen nicht zurückschrecken würden. So viel klassisches Familienbild im bunten Frankreich der Diversität im 21.Jahrhundert empfindet man als Affront. Aber die Lefèvres stehen offen und würdevoll zu ihrem katholischen Glauben, ihren Werten und kulturellen Wurzeln.  Ihre Kraft und Authentizität schöpfen sie gemeinsam daraus.

Seit einigen Jahren treten sie unter der professionellen Leitung der Mutter als Familie vorwiegend in Kirchen auf mit einem breiten Repertoire an Kirchenmusik. Das gemeinsame Singen begann beim Beten in der Familie. „Wir haben unsere Kinder immer mit in die Kirche genommen. Dann zu Konzerten. Sie lieben es zu singen und wir singen zusammen. Das ist alles.“ Ihr praktizierter Glaube, ihre Begabung und ihr familiärer Zusammenhalt  machen sie zu authentischen Botschaftern dieses Glaubens und seiner Werte, die ein ideologisierter Mainstream gerne für tot erklären würde. Sie sind es nicht. Sie leben, wenn wir sie leben und Zeugnis geben von unserem Glauben an unseren Herrn und Erlöser Jesus Christus, dessen Geburtsfest wir soeben gefeiert haben.

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