So nicht, Frau Professor!

Man könnte die Schultern zucken und sagen, Tübingen halt, was soll’s! Aber so einfach ist es nicht. Dass die Tübinger Dogmatik-Professorin und Vorsitzende des Katholisch-Theologischen Fakultätentages Johanna Rahner zu jenen gehört, die behaupten, Frauen würden in der Kirche diskriminiert, ist nicht neu.

Neu ist allerdings die miese Qualität, die im Streit um Änderungen der kirchlichen Lehre von ihr nun angeboten wird. Anlässlich des ersten „Frauenforums“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart, das am Samstag online veranstaltet wurde, sagte Rahner in ihrem Vortrag zum Thema „Macht- und Gewaltenteilung“, in der Kirche müsse über die „Diskriminierung von Frauen“ gesprochen werden und „es sind nicht die Frauen, die daran etwas ändern können“. Ihren Redebeitrag, den sie wohl im Beisein von Bischof Fürst hielt, schloss sie mit der Aufforderung Flagge zu zeigen und „politisch aktiv“ gegen die Diskriminierung von Frauen einzutreten. „Wer das nicht tut und dazu schweigt ist ein Rassist!“

Wir sind von den Wanderern auf dem Synodalen Weg, aus den diversen Frauenverbänden und auch von Vertretern des ZdK schon einiges gewöhnt, darüber habe ich schon wiederholt geschrieben. Auch dass Ergebnisse vorher festgelegt werden und jeder beschimpft wird, der sich dem Diktat der selbsternannten „Reformer“ nicht unmittelbar unterwirft, ist nicht wirklich neu. Aber was uns nun von Frau Rahner angeboten wird, spottet jeder Beschreibung und kann nicht ohne Widerspruch bleiben.

Es ist eine Sache, über Veränderungen zu diskutieren und zu streiten. Aber es ist ein ganz anderes Ding, diejenigen, die in unserer Kirche gegen die Verwässerung der Lehre und die Opferung unserer Kirche auf dem Altar des Zeitgeistes sind, zu kriminalisieren und zu diffamieren. Und das offenbar im Beisein eines Bischofs und, so legen es zumindest die Berichte auf der Webseite der Diözese und auch bei katholisch.de nahe, ohne dessen Widerspruch.

Im günstigsten Fall wusste Frau Rahner nicht was sie dachte, bevor sie hörte was sie sagte. Vielleicht hat sie sich auch in Rage geredet, der Satz kam ja immerhin zum Schluss ihrer Wortspende.

Rahners Äußerung ist eine intellektuelle Nichtleistung. Sie ist eine Beleidigung und primitivster Populismus. Und sie ist Hetze. Damit aber – darauf werden wir allerorten hingewiesen – kann sie den Grundstein für Hass und ideologische Verfolgung legen, was auch zu ganz konkreten Taten gegen Andersdenkende führen kann. Und das, werte Frau Rahner (der akademische Titel will mir hier nicht mehr über die Lippen kommen), ist so wenig katholisch und christlich, wie es nur sein kann!

180 Teilnehmer haben nach dem Bericht auf der Diözesan-Webseite an der Veranstaltung teilgenommen. Ich gehe davon aus, dass es mehrheitlich Frauen waren. Dass von diesen offenbar keine ein Störgefühl über den ungeheuerlichen Schlusssatz geäußert hat und dieser es als Zitat in den Bericht über das Forum geschafft hat, sagt etwas über die inhaltliche Aufstellung dieser Frauen aus.

Wer aber als Bischof keine Agenda verfolgt, sondern wirklich Hirte sein und nicht von dritter Seite zum bloßen Aktivisten einer Bewegung degradiert werden will, kann und darf dies nicht unwidersprochen lassen oder durch sein Schweigen billigen. Es ist Zeit, dass Rom einige Bischöfe an ihr Weiheversprechen erinnert.

Der Synodale Weg wird mit solchen schlimmen und feindseligen Ausrufen am Wegesrand wieder einmal erkennbar als der gerade und glatte Weg in den Abgrund. Denn was kann nach solchen Schmähungen und verhassten Reden in unserer Kirche noch oder wieder gut werden?

Im Übrigen bin ich der Meinung, der Synodale Weg muss beendet werden!

Susanne Wenzel

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