Braucht die Kirche Priester?

Eine Frage, die das Ende des Synodalen Weges bedeuten sollte

Wann endlich wird der Spuk des Synodalen Weges beendet? Am Samstag letzter Woche gab es einen ersten Abbruch der Versammlung, vielleicht ein Symbol für das, was möglichst bald ganz offiziell geschehen sollte. Denn immer mehr zeigt sich, dass dieser Weg ein Irrweg ist, der offenbar nicht mehr zu einem guten Weg werden kann.

Umkehr wäre nötig – in dieser Versammlung und in unserer Kirche. Doch sie müsste eine Umkehr zu Gott sein. Davon allerdings ist kaum die Rede.

Und wieder einmal geht es um Strukturen, Funktionäre, Demokratie, Weltoffenheit, eine Kirche, die für alle und jeden akzeptabel ist. Dabei muss dann einiges über Bord geworfen und anderes fest installiert werden.

Die Vorgaben zum Beispiel für das Synodalforum I: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsdienst“ lesen sich wie aus einem Handbuch für den Umgang mit politischen Gegnern, auf deren Einstellung man auf keinen Fall vertrauen kann.

Es soll in Zukunft auf allen Ebenen Synodale Räte geben. Sie, nicht etwa mehr der Bischof einer Diözese, sollen „alle Fragen zu Themen von bistumsweiter Bedeutung gemeinsam beraten und entscheiden“. Wer sich da nicht fügt, darf dann ein Misstrauensvotum erwarten und wenn der Pfarrer oder Bischof renitent bleibt und der „Synodale Rat mit Zwei-Drittel-Mehrheit feststellt, dass das Vertrauen nicht wiederhergestellt ist, gilt dies als Aufforderung an den Bischof, dem Papst seinen Rücktritt, respektive an den Pfarrer dem Bischof seinen Rücktritt anzubieten.“

Warum nur erinnert mich das an Orwells Schilderung der Machthaber in seiner „Farm der Tiere“?

Träume ich und werde bitte ganz schnell aus diesem Albtraum erwachen?

Nein, keine Erlösung in Sicht, denn der Synodale Rat soll jederzeit in der Lage sein, außerplanmäßig ein Verfahren „zu initiieren, wenn das Vertrauen in den Leitungsdienst nachhaltig gestört sein sollte.“ Diese Möglichkeit hätten einige der Synodalen wohl schon gerne mit Blick auf Kardinal Woelki gehabt.

In dem Wissen allerdings, dass ihr Verlangen kirchenrechtlich nicht durchsetzbar ist, sollen Geistliche und Bischöfe quasi privatrechtlich verbindlich versichern, dass sie sich dem Votum ihrer Überwacher freiwillig unterwerfen werden. Irgendwie riecht das Ganze weniger nach Demokratie als nach Diktatur. Klar, dass auch die Bischöfe in Zukunft durch „das Volk Gottes“ – wer bestimmt wer zu ihm gehört? – und, immerhin, auch noch in Abstimmung mit Rom gewählt werden sollen.

Und die Priester? Braucht die Kirche sie denn noch? Es gab eine Abstimmung darüber, ob man die Frage zulassen solle, ob man „das Priesteramt überhaupt braucht“. Mit 95 zu 94 Stimmen wurde der Vorschlag angenommen.

Danach muss man über den Synodalen Weg nicht weiter sprechen, denn diese Frage zeigt, dass es dort nicht um die Kirche Jesu Christi, sondern letztendlich um deren Auflösung geht. Bischof Bätzing, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz und mit Thomas Sternberg einer der zwei Präsidenten des Synodalen Weges, versuchte noch, diese völlig abwegige Frage umzudeuten in eine Rückenstärkung für die Priester. Dass er dann vor der Presse von der deutschen Kirche und nicht der Kirche in Deutschland sprach ist wohl nur ein freudscher Versprecher aber noch ein weiterer Hinweis darauf, wohin die Reise auf dem Synodalen Weg gehen soll.

Ursula Zöller

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