Die Amazonas-Synode

„Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ für das Amazonas-Gebiet

Vom 6. Bis zum 27. Oktober 2019 tagte in Rom die Amazonas-Synode unter dem Titel „Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“.

Zu den Ländern der Amazonas-Region gehören Bolivien, Brasilien, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela, Französisch-Guayna, Guayana und Suriname. Neben den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und weiteren Bischöfen sowie Ordensvertretern aus diesen Ländern nahmen Präfekten der römischen Kurie, die Leitung des Amazonas-Netzwerkes REPAM (Red Eclesial Pan Amazonica), das die Synode weitgehend vorbereitet hatte, sowie Experten für Fragen, die den Amazonas betreffen daran teil. Besondere Gäste waren die Vertreter der indigenen Bevölkerungsgruppen der Amazonas-Region. Insgesamt kamen auf Einladung des Papstes 283 Bischöfe, Sachverständige, Sondergesandte und Beobachter in Rom zusammen. Stimmberechtigt waren 185 Synodenmitglieder. Allein 57 der Synodenväter stammten aus Brasilien.

Aus Deutschland nahmen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Reinhard Kardinal Marx teil. Deutsche Experten waren P. Michael Heinz (Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat), Msgr. Pirmin Spiegel (Hauptgeschäftsführer des Hilfswerkes Misereor) und Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber (emeritierter Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung).

Papst Franziskus hatte die Synode am 15. Oktober 2017 in Rom angekündigt. Der Papst sagte in seiner Ansprache, Hauptziel der Synode sei es, „neue Wege für die Evangelisierung jenes Teils des Gottesvolkes auszumachen, besonders der indigenen Völker, die oft vergessen werden und ohne die Perspektive einer ruhigen Zukunft sind, dies auch aufgrund der Krise des Amazonas-Regenwaldes, der Lunge von entscheidender Bedeutung für unseren Planeten.“ 

Während seiner Pastoralreise nach Chile und Peru im Januar 2018 kündigte der Papst in einem Gespräch mit Vertretern indigener Völker an, für die konkrete Vorbereitung der Sonderversammlung an die entsprechenden Bischofskonferenzen einen Fragenkatalog zu senden. Die Auswertung floss zunächst in das Vorbereitungs- bzw. Konsultationsdokument aus Juni 2018 ein. Hieraus entstand dann das im Juni 2019 veröffentlichte Instrumentum Laboris, das die Grundlage für die Debatten der Synode bildete.

Im Mittelpunkt des Papieres stehen die Lage der Menschen im Gebiet des Amazonas und die daraus resultierenden Herausforderungen für die katholische Kirche. Im Instrumentum Laboris geht es vor allem um die Ausbeutung der Rohstoffe wie Holz, Erdöl, Gas und Edelmetalle sowie um die Monokulturen und den daraus resultierenden Problemen vor allem für die indigene Bevölkerung, wie Vertreibung und massive Umweltverschmutzung.

Die Herausforderungen für die Kirche bestehen vor allem darin, der indigenen Tradition mehr Beachtung zu schenken und wie die Seelsorge in einem großen und nur wenig übersichtlichen und schwer zugänglichen Areal aufgebaut und erhalten werden kann. Bereits im Vorfeld wurde auch über die Zulassung bewährter verheirateter Familienväter, sogenannte „Viri probati“ und die Übertragung von Leitungsaufgaben an Laien aber auch neue Ämter für Frauen diskutiert.

Am 26. Oktober 2019 wurde von den Synodenteilnehmern das Schlussdokument abgestimmt, in dem die Beratungsergebnisse zusammengefasst sind und Empfehlungen und Wünsche an den Papst ausgesprochen werden. Das Abschlussdokument wurde Papst Franziskus am 27. Oktober 2019 zum feierlichen Abschluss der Synode übergeben.

Es steht nun im Ermessen des Papstes, dieses Papier, das keinerlei bindende Wirkung für den Papst hat, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bislang war es üblich, dass der Papst die Ergebnisse der Synode in einem eigenen nachsynodalen Schreiben verarbeitet hat.

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